CDU

Baumaßnahme Kleine Bleiche, was passiert hier?

20. 03.19

Sehr emotional ging es in der letzten Rats- sowie Bau-, Umwelt- und Planungs-Auschuss-Sitzung seitens einiger B√ľrger und Ratsmitglieder zu. Architekt Lars Schroers, der in der Nachbarschaft wohnt und auch sein Architekturb√ľro betreibt, m√∂chte auf dem Gel√§nde einer fr√ľheren Fabrik Ecke ‚ÄěKleine Bleiche‚Äú/gegen√ľber ‚ÄúBeginenweg‚Äú vier Mehrfamilienh√§user (je 5 Wohnungen) bauen. In der Ausschuss-Sitzung war auch der Eigent√ľmer anwesend. Er wohnt dort und ist selbstverst√§ndlich an einer optisch sch√∂nen L√∂sung interessiert.

Grundlage seitens des Landes ist die Landesbauordnung, seitens der Gemeinde der Bebauungsplan und die dazu gehörige Gestaltungssatzung.

Im Bebauungsplan (BP) steht u.a., dass das Gel√§nde Mischgebiet ist, und H√§user mit 2 Etagen gebaut werden d√ľrfen. Andere Vorschriften diesbez√ľglich sind an dieser Stelle nicht relevant.

Die Gestaltungssatzung sieht u.a. vor, dass ein 2-geschossiges Gebäude höchsten 10,40 m hoch sein darf. Die Dachform muss Sattel- oder Walmdach sein, eine Dachneigung ist nicht vorgeschrieben. Ausnahmen sind zulässig. Außerdem ist das Außenmaterial vorgeschrieben, doch auch hier sind Ausnahmen zulässig.

Die diesen BP betreffende Landesbauordnung sieht vor, dass auf die 2 Geschosse ein Staffelgeschoss gesetzt werden darf. Staffelgeschoss ist eine zus√§tzliche Etage mit geraden W√§nden, die nicht mehr als 66,6 % der Fl√§che des darunter liegenden Geschosses einnimmt. Der Rest der Fl√§che wird √ľblicherweise eine Hochterasse sein. Dachform, Gesamth√∂he und Material richten sich trotzdem nach der Gestaltungssatzung.

Soweit k√∂nnten vorgesehene H√§user gebaut werden, ohne dass jemand das verhindern kann. Vielmehr k√∂nnten √ľber Ausnahmeregelungen Flachd√§cher sowie abweichende Materialien (z.B. Kunststoffplatten, Holz) genutzt werden. √úbrigens sieht das alte Recht vor, dass je Wohneinheit nur eine Auto-Stellfl√§che genutzt vorgesehen wird.

¬†Der beantragende Architekt m√∂chte nach dem ab 1.1.2019 geltenden Recht bauen. Die einzige √Ąnderung, die hier relvant ist, erlaubt Staffelgeschosse statt 66,6 % jetzt 75 % der Fl√§che der darunter liegenden Wohnungen gro√ü sein k√∂nnen. Das ist nach Einsch√§tzung der CDU keine erhebliche √Ąnderung. Alle anderen Bedingungen bleiben gleich. Seitens einiger B√ľrger und Ratsmitglieder werden die Staffelgeschosse in Frage gestellt. Zur Klarstellung: nur die Anwendung neuen Rechtes steht zur Abstimmung, nicht Staffelschoss oder Schr√§gdach, nicht Einfamilien- oder Mehrfamilienh√§user, nicht Firma oder Wohngeb√§ude.

Der Architekt hat sein Vorhaben erl√§utert und sogar ein 3-D-Modell erstellt. F√ľr die drei an der Stra√üe liegenden H√§user hatte er zus√§tzlich in einer Planung ein Schr√§gdach dargestellt. Der CDU-Fraktion hat das allerdings nicht gefallen.

 Die CDU legt Wert darauf, dass

  • statt 1 jetzt 1,5 Stellpl√§tze je Wohneinheit bereit gestellt werden. Das hat der Architekt zugesagt. Warum nur 1,5 und nicht ‚Äěmindestens 2‚Äú, wie teilweise gefordert wird. Erfahrungsgem√§√ü hat nicht jede Partei 2 PKW. In einem √§hnlich gelagerten Fall wurde ermittelt, dass 44 % der Mieter ein Zweitfahrzeug unterhalten. √úbrigens: bei Einfamilienh√§usern stehen h√§ufig 2 Pl√§tze zur Verf√ľgung: Garage und Vorplatz dazu. Trotzdem stellen die Eigent√ľmer ihre Fahrzeuge am Stra√üenrand ab. W√ľrde man das ber√ľcksichtigen, m√ľsste man je Wohneinheit 4 Stellpl√§tze vorsehen. Ist das realistisch? Und noch etwas: Die Verwaltung ist beauftragt, eine Satzung zur Thematik Stellpl√§tze nach neuem Recht zu schaffen. Das wird allerdings aus Gr√ľnden fehlender Muster und personeller Probleme der Bauabteilung noch l√§ngere Zeit in Anspruch nehmen.
    Behauptet wurde, dass 4 Parkpl√§tze im √∂ffentlichen Raum wegfallen. Das ist richtig. Allerdings ist die Parkplatzsituation an dieser Stelle entspannt. Und wenn jeder Nachbar seine Stellpl√§tze statt Stra√üenstellpl√§tze nutzt, besteht √ľberhaupt kein Problem.
  • das Baumaterial niederrheinisch, aber modern ist. Das bedeutet in erster Linie Klinker, zus√§tzliche Materialen in untergeordneten Mengen sind zul√§ssig.
  • f√ľr das im Hintergrund liegende Geb√§ude ein Flachdach zul√§ssig ist. F√ľr die an der Stra√üenseite liegenden Geb√§ude wird es kein Flachdach geben.

Wir sind davon √ľberzeugt, einen in diese Wohngegend passende Bebauung zu bekommen. Der dort wohnende Architekt legt Wert darauf, in sch√∂ner Umgebung zu leben und zu arbeiten.

Übrigens: sollte das nicht zustande kommen, kann dieser oder ein ein anderer Investor und Architekt (der möglicherweise nicht aus Kerken kommt) im Rahmen der oben dargestellten Vorschriften bauen, ohne jemanden zu fragen. Also Staffelgeschoss, nur ein Stellplatz und möglicherweise eher häßlich. Auch könnte statt Wohnbebauung auch ein kleines Werk dort errichtet werden. Niemand kann das verhindern, niemand wird gefragt.